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IMPLANTATWECHSEL

Ein operativer Austausch von Brustimplantaten kann mehrere Gründe haben. Manchmal ist es der Wunsch nach einer weiteren Größenveränderung, manchmal wird auch der Wechsel des Implantats notwendig, da die Brust eventuell durch eine Kapselfibrose verhärtet oder verformt ist. Bei älteren Implantaten, die sich zehn Jahre und länger im Körper befinden, kommt dies gelegentlich vor.

 

Ist keine Anpassung des Hautmantels notwendig, da sich die Brustform nur wenig verändert hat und eine Volumenanpassung ohnehin gewünscht wird, ist der Implantatwechsel eine einfache und komplikationsarme Operation. Eine ausgeprägte Kapsel um das alte Implantat wird ganz oder teilweise entfernt, ggf. werden Implantate, die zum Beispiel bisher überwiegend über dem Muskel lagen, bei einem Wechsel auch unter den Muskel verlagert, um einer erneuten Kapselfibrose vorzubeugen. Manche Frauen wünschen sich auch eine Änderung der Implantatform. Bei deutlich erschlaffter Brust ist häufig auch der Hautmantel der Brust zu reduzieren, um trotz des Implantats eine straffe und feste Brust formen zu können.

Image by philippe spitalier

Kapsulektomie

 

Ausführlich wird in den Sozialen Medien und anderswo derzeit über Kapsulektomie bei BII und BIA-ALCL diskutiert...

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Ablauf

Je nach Volumen und etwaiger Kombination mit anderen Operationsverfahren kann dieser Eingriff ambulant vorgenommen werden. Zuvor führen wir eine umfassende Untersuchung der Brust durch und klären im Anschluss gemeinsam mit Dir, welche individuelle operative Strategie, entsprechend der Ausgangslage für Dich die beste sein könnte. Wenn möglich, versuchen wir, die gleichen Narben wieder zu verwenden. Im Fall, dass eine ausgeprägte Kapselfibrose vorliegt, ist es allerdings unvermeidlich, den Eingriff in der Unterbrustfalte vorzunehmen und die Kapsel operativ zu entfernen.

 

Ca. eine Woche vor dem geplanten OP-Termin erfolgen die Aufklärung und ggfs. notwendige Voruntersuchungen. Am Operationstag zeichnen wir noch einmal gemeinsam die relevanten OP-Schritte ein. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose.

 

Noch im OP-Saal wird Dir nach dem Eingriff Kompressionsware (BH und Mieder) angelegt, so dass Du nach ein paar Stunden Regeneration im Patientenzimmer – sofern es Dir gut geht und Du Dich fit fühlst – nach Hause gehen kannst. Sämtliche Nachuntersuchungen sind bei JJPS inklusive. Dazu gehören die Nachuntersuchung am Tag nach der OP, weitere Untersuchungen nach fünf Tagen sowie nochmals nach zwei und sechs Wochen nach dem Eingriff. Sechs Monate nach der Operation erfolgt eine abschließende Ergebnis-Kontrolle. Vor der OP sollte durch Deine Frauenärztin ein Ultraschall oder eine Mammografie Deiner Brust angefertigt (je nach Alter und Risikoprofil) werden, um auf der sicheren Seite zu sein.

Technik

Je nach Wunsch und anatomischer Gesamtsituation sind mehrere Verfahren denkbar:

  • Austausch der Implantate, ggfs. mit veränderter Größe oder geometrischer Form

  • Austausch der Implantate in eine andere Loge (meistens Verlagerung unter den Muskel)

  • Entfernung der Implantate und Bruststraffung

  • Kombination aus Bruststraffung und erneuter Implantat-Einlage

  • Bruststraffung und Volumenaufbau mit Eigenfett

 

Die operativen Strategien an der voroperierten Brust sind, wie Ihr erkennen könnt, so zahlreich wie die Gründe eines Implantatwechsels. Wichtig ist, dass die Revisionschirurgie an der Brust von Plastischen Chirurgen durchgeführt werden, die über ein hohes Maß an brustchirurgischer Erfahrung verfügen sowie ein breites operatives Repertoire beherrschen sollten, um ein ästhetisch ansprechendes und nachhaltiges Ergebnis zu erzielen. Als langjährige Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Senologie (Brustheilkunde) und Departmentleiter im Brustzentrum an der Charité Universitätsmedizin Berlin sind wir bei JJPS mit der notwendigen Erfahrung und Expertise für Korrekturoperationen an der Brust ausgestattet. Überzeugt Euch in der Sprechstunde selbst und lernt uns kennen!

Kosten & Finanzierung

 

Ein Implanatwechel beginnt ab 5.000,-. Eine pauschale Aussage zu den Kosten, kann angesichts der Komplexität und evtl. erforderlich werdender weiterer Verfahren vorab jedoch nicht getroffen werden. Ergänzende Zusatzleistungen Bruststraffungen, Eigenfett-Transplantation etc. werden extra berechnet.

 

Die Möglichkeit einer Finanzierung besteht auf Wunsch über einen unserer Finanzierungspartner. Für alle ästhetischen Operationen sollte eine externe Folgekostenversicherung abgeschlossen werden. Sie schützt Dich im Fall von selten auftretenden Komplikationen und damit verbundenen Folgekosten.

INFORMATIONS-
ÜBERSICHT

OP-Dauer

Je nach Technik und Implantat-Lage 60-90 Minuten

Narkose

Vollnarkose

Kosten

je nach Aufwand ab

5.000,- Euro

Technik

Abhängig von Vorlage des Implantates ggf. Logenwechsel mit Anpassung des Implantatlagers

Nachbehandlung

6 Wochen spezieller BH, kein Sport, kein schweres Heben

Finanzierung

Die Möglichkeit einer Finanzierung besteht auf Wunsch über einen unserer Finanzierungspartner. Für alle ästhetischen Operationen sollte eine externe Folgekostenversicherung abgeschlossen werden. Sie schützt Dich im Fall von selten auftretenden Komplikationen und damit verbundenen Folgekosten

Schmerzhaftigkeit

gering, gut mit normalen Schmerzmitteln zu tolerieren

Gesellschaftsfähigkeit

ca. 14 Tage

Wissenswertes

Art des Implantats, Lage, Zugangsweg etc. sind individuell variabel. Wir beraten Euch gerne ausführlich, eine Simulation ist möglich und sinnvoll

Klinikaufenthalt

je nach Größe und Technik ambulant bis eine Nacht stationär

Risiken

U.a. Kapselfibrose, Notwendigkeit von Wechseln, Straffung

 

EN BLOC - KAPSULEKTOMIE BEI BII UND BIA-ALCL

 

Ausführlich wird in den Sozialen Medien und anderswo derzeit über Kapsulektomie bei BII und BIA-ALCL diskutiert. Es ist bedauerlich, dass dies oft in einer Art und Weise geschieht, die wenig wissenschaftlich fundiert, und im Hinblick auf die Differenzierung der unterschiedlichen Symptome beider Krankheitsbilder, nicht präzise genug ist.

 

Dr. Julian Kricheldorff von JJPS hat unter anderem im Deutschen Ärzteblatt und anderen Fachpublikationen zu diesem Komplex die Ergebnisse seiner umfangreichen Forschungsarbeiten vorgelegt. Ebenso hat Dr. Kricheldorff in den letzten Jahren viele Patientinnen erfolgreich behandelt, die aus Angst vor dieser selten auftreten Krebsart, oder auch auf Grund eine BII oder ASIA-Syndroms, die vollständige Entfernung der Kapsel-Implantat-Einheit und zugleich eine Formkorrektur der Brust ohne Implantat wünschten.

 

An dieser Stelle wollen wir daher eine Begriffsklärung durchführen und unsere Meinung zu diesen Krankheitsbildern definieren:

Breast Implant Illness (BII) / Autoimmune

/ Inflammatory Syndrome induced by adjuvants (ASIA)

Brustimplantate werden seit rund 50 Jahren eingesetzt. Entsprechend umfangreich ist das medizinische Wissen über Silikonimplantate. Viele zufriedene Patientinnen, sowohl in der Brustrekonstruktion nach Brustkrebserkrankung, als auch in der Ästhetischen Chirurgie zur Brustvergrößerung, belegen die Zuverlässigkeit der Anwendung, die Verträglichkeit und den Tragekomfort der Implantate sowie die medizinische Sicherheit, während der Operationsphase, wie auch in der mittel- und langfristigen medizinischen Nachsorge.

Trotzdem häufen sich Berichte von Frauen, die einige Zeit nach dem Einsetzen von Implantaten eine Vielzahl von unspezifischen Symptomen feststellen, die sie – oft nach langwieriger Diagnostik durch hinzugezogene Ärzte anderer Fachrichtungen (z. B. Rheumatologen, Internisten, Immunologen) - auf die einliegenden Brustimplantate zurückführen. Die Liste der Symptome ist lang und nicht eindeutig. Am häufigsten werden jedoch berichtet:

 

  • Chronische Müdigkeit und Leistungsknick

  • Depressive Verstimmungen

  • Konzentrationseinschränkungen, oft als „brain fog“ bezeichnet

  • Unspezifische Brustschmerzen, manchmal herzinfarktartig

  • Kopf- und Gliederschmerzen,

  • Kribbelgefühle in den Fingern, Nervenleitstörungen

  • Zyklusprobleme

  • Verlust der Libido

  • Dünner werdendes Haar / Haarausfall

  • Chronische Schmerzen

 

BII ist derzeit keine anerkannte medizinische Diagnose und dementsprechend herrscht kein internationaler Behandlungskonsens. Bei auftretendem Verdacht auf ein BII ist es wichtig, kurzfristig eine komplette medizinische Untersuchung vorzunehmen. Ihr Ziel muss sein, andere, organische Komplikationen, die ein ähnliches Beschwerdebild verursachen können, auszuschließen. Dazu zählen beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis, Rheuma, Depressionen, Lupus erythematodes, Lyme-Borrelliose u.a. Beim

ASIA – Syndrom, das schon lange bekannt ist, wurden auch Reaktionen auf andere Implantate wie z.B. Portsysteme, Herzschrittmacher oder orthopädische Prothesen beschrieben.

Wissenschaftlich bewiesene Testverfahren für BII/ASIA gibt es derzeit nicht. Es laufen allerdings Studien zur weiteren Erforschung. Im Labor gibt es manchmal auffällige immunologische Befunde, auch bei Frauen die keinerlei Symptome für ein BII aufweisen. Auf der anderen Seite gibt es Frauen mit dem Vollbild eines BII, die ein komplett unauffälliges Entzündungslabor haben.

 

In der Literatur gibt es derzeit keine wissenschaftlich anerkannte Forschungsergebnisse, die das BII sicher kategorisieren. Jedoch gibt es eine Vielzahl von Arbeiten, die die Unbedenklichkeit von Silikonimplantaten belegen. Die als sehr streng geltende US-amerikanische Medizinaufsichtsbehörde FDA hat das Thema Silikonimplantate und einen möglichen Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen ausführlich untersucht. Die in diesem Rahmen vorgenommenen Langzeitstudien konnten keinen Zusammenhang belegen.

Brustimplantat – assoziiertes, anaplastisches Großzell-Lymphom (BIA-ALCL)

 

Diese seltene Lymphomart steht zwar im Zusammenhang mit Brustimplantaten, ist aber etwas völlig anderes als Brustkrebs. Die erste Übersichtsarbeit in Deutschland dazu veröffentlichte Dr. Julian Kricheldorff 2017 im renommierten Deutschen Ärzteblatt, der Zeitschrift der deutschen Ärzteschaft. In der Folge dieser Publikation hat Dr. Kricheldorff, unter anderem auf dem Deutschen Chirurgenkongress sowie auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Ästhetischen und Rekonstruktiven Chirurgen berichtet (https://www.aerzteblatt.de/archiv/200706/Brustimplantat-assoziiertes-Lymphom).

 

Wichtig ist hier aber, dass es sich bei dieser Diagnose den meisten Fällen lediglich um eine Flüssigkeitsansammlung in der das Implantat umgebenden festen Kapsel handelt. Bei früher Diagnosestellung kann es mit einer en-bloc - Kapsulektomie immer geheilt werden. Derzeit (Stand 11/2021) gibt es in Deutschland 30 feingeweblich gesicherte und 35 Verdachtsfälle.

 

Bei Verdacht auf oder zur Vorbeugung von einem BII oder BIA-ALCL wird häufig eine sogenannte en bloc – Resektion vorgenommen, also die Entfernung einer kompletten Kapsel-Implantat-Einheit. Damit wird erreicht, dass das Implantat und die es evtl. umgebende Flüssigkeit „in einem Stück“ aus dem Körper entfernt werden. Es liegt zurzeit keine eindeutige Studienlage für das BII vor, die dieses Vorgehen wirklich untermauert. Unsere bei JJPS gewonnen Erfahrungen zeigen jedoch, dass Patientinnen von dieser Vorgehensweise auch psychisch profitieren können, denn sie kann helfen, bestehende Ängste zu reduzieren. En bloc bedeutet, dass das Brustimplantat als Ganzes, also einschließlich der intakten Kapsel entnommen wird. Dies ist chirurgisch aufwändiger, da die Kapsel vor dem Entfernen sehr behutsam präpariert werden muss. Auf Wunsch erfolgen nachträglich Testungen durch einen spezialisieren Pathologen (CD 30 und ALK, spezielle Marker für das BIA-ALCL), mit ihnen kann beispielsweise ein BIA-ALCL sicher ausgeschlossen werden.

 

Die en bloc – Technik sollte auch verwendet werden bei „verflüssigten Implantaten“, wenn die Herkunft der Implantate unbekannt ist bzw. ein minderwertiges Implantat bei einer Operation im Ausland verwendet wurde oder bei einem radiologischen Verdacht auf ein BIA-ALCL.

 

In diesem Zusammenhang stellt sich immer auch die Frage nach der Form der Brust nach dem Eingriff. Häufig kann mit einer Straffung und Eigenfett-Transplantation auch ohne Implantat ein akzeptables Ergebnis erreicht werden. Diese anspruchsvolle Operation sollten nur erfahrende Plastische Chirurgen vornehmen, die mit dem Krankheitsbild und der richtigen operativen Strategie vertraut sind.

 

Auch wenn derzeit keine sichere wissenschaftliche Datenlage für das BII vorliegt:

Wir nehmen diese Krankheitsentität trotzdem sehr ernst, denn die Patientin hat unserer Philosophie nach einen Leidensdruck. Wie so oft im Leben ist es auch in der Medizin nicht immer schwarz oder weiß. Was ist nun unsere Antwort auf den vermeintlichen Konflikt unserer täglichen Tätigkeit mit Brustimplantaten (sowohl aus ästhetischen Gründen als auch zum Zweck der Brustrekonstruktion nach Brustkrebserkrankung im Rahmen unserer Tätigkeit am Brustzentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin) und einem möglichen BII? Hierzu haben wir uns Gedanken gemacht und eine eigene Meinung. Moderne Silikonimplantate sind sicher und weltweit gut untersucht. Die Verträglichkeit ist bei der Mehrzahl der Frauen sehr gut und die Patientenzufriedenheit nach Implantatoperationen sehr hoch. Trotzdem gibt es eine kleine Anzahl an Frauen, für die Silikonimplantate scheinbar nicht geeignet sind. Solltest Du nach einer Implantatvergrößerung der Brust oben genannte Symptome spüren und willst eine fundierte Meinung, ob du evt. von einem BII oder BIA-ALCL betroffen bist: Bei uns bist Du in den besten Händen im Hinblick auf die adäquate Behandlung und eine ästhetisch ansprechende Brustformung ohne erneute Implantate.